© 2019 Behinderter Hund - Na und?
Erster österreichischer Verein für Besitzer behinderter Hunde
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PROTHESEN

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Ihr Hund hatte einen tragischen Unfall und ein Bein wurde massiv verletzt. Der Hund befindet sich in der Tierklinik und ist soweit stabil. Das Bein kann allerdings nicht gerettet werden. Das Wort Amputation steht im Raum. Todesurteil? Mit Sicherheit nicht. Ein Hund kann auch mit zwei oder drei Beinen ein glückliches Leben führen. Unterstützend kann man die fehlenden Gliedmaßen mit Prothesen versorgen. 

WAS IST EINE PROTHESE?

Eine Prothese ist ein durch den Orthopädietechniker individuell hergestelltes medizinisches Hilfsmittel und ersetzt ein fehlendes Körperteil. Mit einer Prothese kann man den Körper des Hundes entlasten und stabilisieren. Wann kann eine Prothese eingesetzt werden? Hunde können beispielsweise durch Krebs, Verletzungen oder Fremdeinwirkung einen Lauf verlieren. Um eine Prothese ansetzen zu können, ist allerdings eine „richtige“ Amputation notwendig. Der übriggebliebene Stumpf muss lang genug sein um eine Prothese anpassen zu können. Wann ist eine Prothese möglich? Nachdem die Verletzung mit dem Tierarzt abgeklärt ist, kann gemeinsam mit dem Orthopädietechniker besprochen werden, ob eine Prothese relevant ist und wie lang der Stumpf sein sollte. Abhängig von der Größe des Hundes ist bei den Vorderläufen ein Stumpf, der im Karpalgelenk endet, ideal. Vom Ellbogen abwärts sollten jedoch mindestens fünf Zentimeter vorhanden sein. Bei den Hinterläufen kann eine Prothese idealerweise ab dem Sprunggelenk eingesetzt werden. 

HERSTELLUNG EINER PROTHESE

Eine Prothese muss zwingend von einem erfahrenen Orthopädietechniker vor Ort ausgemessen und angefertigt werden. Zuerst findet ein Beratungsgespräch zwischen Hundebesitzer und Orthopädietechniker statt. Es muss abgeklärt werden, ob eine Prothese sinnvoll ist und ob die Besitzer bereit sind, die Eigenverantwortung für dieses Hilfsmittel zu übernehmen. Eine Prothese muss regelmäßig neu besohlt werden, es muss auf Druckstellen geachtet werden, usw. Nachdem diese Kriterien feststehen und gemessen wurde, wie lang die Prothese sein muss, wird ein Gipsabdruck anhand der natürlichsten Haltung des Hundes angefertigt. Nach dieser Sitzung folgt die erste Anprobe. Hier werden der Feinschliff und die Details vorgenommen. Darauf folgt der erste Probelauf, bei dem nochmals überprüft wird, ob die Prothese drückt oder rutscht. Sie wird besohlt und ausgepolstert und somit fertiggestellt. Beim dritten Treffen wird die Prothese an den Besitzer übergeben, das Anziehen der Prothese an dem Hund wird geübt und die weitere Handhabung und Pflege besprochen. Nach etwa zwei Monaten Verwendung wird vom Orthopädietechniker gegebenenfalls nochmals überprüft, ob die Prothese nachjustiert werden muss. 

 

Eine Prothese ist ein Einzelstück, sie entsteht in mühevoller Handarbeit. Mindestens 20 Stunden braucht der Orthopädietechniker um eine perfekt passende Prothese herzustellen.

 

Je nach Aufwand und Größe des Hundes kostet eine Prothese zwischen 350 und 450 Euro.

WIE KOMMEN HUNDE MIT EINER PROTHESE ZURECHT? 

Prothesen werden von Hunden zu 90 % sehr gut angenommen. Natürlich entscheidet der Hund, ob er damit zurechtkommt oder nicht. Einige Hunde benutzen die Prothese von Beginn an so, als würden sie nichts anderes kennen, andere brauchen etwas länger. Das laufen mit einer Prothese ist ein Gewöhnungs- und Lernprozess.

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