© 2019 Behinderter Hund - Na und?
Erster österreichischer Verein für Besitzer behinderter Hunde
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BEHINDERTE HUNDE - RETTEN UM JEDEN PREIS?

Mein Herz schlägt für behinderte Hunde. Ich lebe und arbeite mit ihnen, im Grunde dreht sich einfach alles um sie. Trotzdem würde ich die Frage „Haben behinderte Hunde ein lebenswertes Leben?“ nie pauschal mit Ja beantworten. Es spielen sehr viele Faktoren eine Rolle, ob ein behinderter Hund ein artgerechtes Leben führen kann. Ich gehe hier speziell auf den gelähmten Hund ein, da man gerade diese tagtäglich auf Facebook und Co sieht und diese eine der schwersten Behinderungen darstellt.

 

Beginnen wir einmal beim Hund selber:
Nimmt dieser seine Behinderung an? Ja, Hunde leben im Hier und Jetzt. Trauernd der Vergangenheit nicht nach und fiebern nicht in die Zukunft. Es gibt aber leider doch Hunde, die z.B. mit ihrer Lähmung nicht zurechtkommen. Sie werden regelrecht depressiv, apathisch - geben sich auf. Ein Hund benötigt Zeit um sich mit seiner neuen Situation zurechtzufinden. schafft der Hund dies nicht (die Mithilfe seiner Besitzer vorausgesetzt), sollte man sich überlegen, ob dies wirklich ein lebenswertes, glückliches Leben ist?!

 

Erlauben die Lebensumstände ein glückliches Leben?

Ein großes Thema sind die Lebensumstände, denn hier gibt es viele Dinge zu berücksichtigen. ich möchte hier 2 Beispiele nennen:

 

In Rumänien sitzt ein großer Mischling, 3 Jahre alt, in einem großen Shelter. Der Hund wurde auf der Straße gefunden und ist gelähmt. Man vermutet, dass er wahrscheinlich von einem Auto angefahren wurde. Er wurde zwar notdürftig medizinisch versorgt, aber eine richtige Diagnose oder sogar Behandlung ist nicht möglich. Da er nicht zu den anderen vielen Hunden ins Gehege kann, muss er in einem kleinen Käfig leben. Durch die Inkontinenz liegt der Hund den ganzen Tag in seinem eigenen Kot und Urin. Die Vermittlungschance für so einen Hund ist gering und dies bedeutet lange Zeit das Leben so zu verbringen.

 

Willi ein lustiger, quirliger Dackelrüde und lebt bei Familie Huber. Er erleidet einen Bandscheibenvorfall und bleibt trotz erfolgreicher OP und Physiotherapie gelähmt. Familie Huber lässt Willi einen Rolli anpassen und besucht weiterhin regelmäßig die Physiotherapie. Bei Familienausflügen darf er weiterhin dabei sein und im Haus wurden ein paar Dinge behindertengerecht umgestaltet. Familie Huber kann Willi den ganzen Tag betreuen und so ist gewährleistet, dass regelmäßig seine Windeln gewechselt werden. 

 

Ist hier das Leben von beiden behinderten Hunden lebenswert? Ist es artgerecht, glücklich und werden beide Hunde gut versorgt?

 

GEHANDICAPTE HUNDE ALS SPENDENARGUMENT

Gerade bei behinderten Auslandshunden wird gerne auf die Spenden- und Tränendrüse gedrückt. Das Geld fließt, die Hunde werden mit extrem langen Geschichten geteilt, Inserate fleißig kommentiert und genauso schnell verschwinden diese in der Versenkung. Was die vielen Leser, Teiler und Spender aber vergessen: Diese Hunde leiden! Diese Hunde haben lange Zeit kein artgerechtes Leben! Diese Hunden bekommen zum Teil keine ausreichende medizinische Versorgung! Diese Hunde werden oft zum Wanderpokal!

 

Mir liegen gelähmte Hunde sehr am Herzen und es steigen mir die Tränen in die Augen, wenn ich sehe, wie zum Teil mit ihnen umgegangen wird. Viel zu oft müssen diese Hunde vor sich hinvegetieren, nur weil sich Menschen einbilden diese unbedingt retten zu müssen. Die Zeit vergeht für diese Menschen schnell. Sie arbeiten, treffen Freunde, verbringen Zeit mit ihrer Familie, gehen ihren Hobbys nach - diese Hunde liegen im Käfig und haben - NICHTS! 

 

Behinderte Hunde retten um jeden Preis? - Nein!! 

 

Man muss auch Grenzen setzten und zwar zugunsten des jeweiligen Hundes. Gerade als Tierschützer muss man sich eingestehen, dass man nich jedes Tier retten kann. Tierschutz - nicht um jeden Preis!

 

Wir möchten es alle gerne - aber es wird nicht funktionieren, denn wir können nicht einmal alle gesunden Hunde retten. 

 

Behinderte Hunde sollen keine Vermittlungsstatistik aufbessern und sie sollen schon gar nicht dazu benutzt werden um Spendenkassen zu füllen. Sehen Sie auf Facebook eines der vielen Inserate von gelähmten Hunden, die in Käfigen sitzen, deren Gesundheitszustand sehr schlecht ist, mit tränenreichen Geschichten. Hinterfragen Sie das! Fragen Sie direkt, wie lange der Hund schon so leben muss! Fragen Sie welche medizinische Versorgen er erhalten hat und machen Sie sich dann Ihr eigenes Bild vom lebenswerten Leben der vielen behinderten Hunde. 

Tierschutz bedeutet auch Entscheidungen zu treffen, die uns selber nicht so gut gefallen. 

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